Der zweijährige Hengst Staro foot Loose gewann mit Arnold Mollema beim Großrenntag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen den Preis des Winterfavoriten um 25.000 Euro
Arnold Mollema steuert Zweijährigen-Sieger
(mspw). Während in Köln am Sonntag der Winterfavorit der Galopper ermittelt wurde, suchten die Traber gleichzeitig auf der Rennbahn in Gelsenkirchen ihren Winterfavoriten, wobei es am Nienhausen Busch um 25.000 Euro für die Zweijährigen ging. Der Großteil der Prämie in Höhe von 12.500 Euro ging an den schwedischen Hengst Staro foot Loose mit seinem niederländischen Trainer Arnold Mollema (61/Wolvega) im Sulky.
Bei Außentemperaturen von lediglich sechs Grad weckte schon der Titel des Rennens winterliche Gefühle auf den gut besetzten Zuschauerplätzen dieses Gelsenkirchener Großrenntages, wobei im Preis des Winterfavoriten alljährlich nach dem Traber Ausschau gehalten wird, der im Dreijährigen-Jahrgang eine gute Klinge schlagen soll.
Im Deutschen Derby 2011 Anfang August in Berlin-Mariendorf allerdings darf Staro foot Loose als gebürtiger Schwede nicht mit von der Partie sein. Deswegen ist aus deutscher Sicht der zweite Platz von Seda Rapide mit dem Mönchengladbacher Roland Hülskath (35) wichtig. Die Stute hat zwar den gleichen Vater wie der Sieger Staro foot Loose, ist jedoch von Marion Jauß in Neritz gezogen worden.
Seda Rapide hatte bei ihrem bisher einzigen Start gewonnen. „Aber sie hat im Preis des Winterfavoriten nun auch auf dem Ehrenplatz absolut überzeugt“, war Roland Hülskath zufrieden. Rang drei ging durch Boye Summerland mit Rick Wester (25/Schaandamm) in die benachbarten Niederlande.
Der mit 30.000 Euro dotierte Stuten-Grand Prix, in dem Karin Port (41/Bad Wörishofen) wegen einer Armverletzung, die sie sich morgens beim Führen von Voila zugezogen hatte, ihre Fahrt an Josef Sparber (50/Taufkirchen) abgeben musste, sah nach insgesamt 2.650 Metern mit Parisienne Blue („die blaue Pariserin“) und Heinz Wewering (60/Berlin) für Johann Holzapfel aus Langenmosen eine Mitfavoritin vorn. Trainer ist Hannu Voutilainen (Aschheim). Noxean Com, gefahren von Andor Schute (41/Recklinghausen), hatte für Besitzer Hubert Beckmann (58/Waltrop) 25 Meter mehr zurückzulegen als die Siegerin, war als Zweite vor Yamira Limburgia (Dion Tesselaer/41/Oudeschoot, NL) im Ziel nur um eineinhalb Längen geschlagen.
Über die von Noxean Com zurückgelegte Distanz von 2.650 Metern bedeutete die durchschnittliche Kilometerzeit von 1:14,2 Minuten Deutschen Rekord für fünfjährige Stuten. Voila war nach langer Führung am Ende restlos geschlagen. Super d’Aunou scheiterte an einer frühen Kollision.
Um 20.000 Euro ging es in einem weiteren Stuten-Rennen in Gelsenkirchen, das den Vierjährigen vorbehalten war. Laura As musste mit Andor Schute schon kurz nach dem Start wegen einer Galoppade passen. Kataja, die Stutenderby-Siegerin des Vorjahres hatte mit Roland Hülskath vorne alles unter Kontrolle und siegte für Marion Jauß leicht vor Zowie Butcher mit Thomas Panschow (43/Bladenhorst) und Minaccia mit dem Niederländer Jesse ter Borgh (23/Amsterdam).
Die Entlastung zum Preis des Winterfavoriten, an der sich sieben mit Wetten gelaufene Zweijährige beteiligten, ging an die 17:10-Favoritin Bahia Boko mit Michael Schmid (43) aus Oberhausen für seinen niederländischen Chef Ger Visser (51/Deventer/Stall Vibelzee), der problemlos früh in Front gezogen war und auf der Zielgeraden immer zulegen konnte. Lafoa, ebenfalls im Besitz von Marion Jauß, war mit Roland Hülskath für Platz zwei ungefährdet vor Turbo Overdrive mit Heinz Wewering für Besitzer Franz Klein (60/Versmold).
Die Toto-Sensation des Tages lieferte das Duo Hans-Joachim Tipke (53/Heeslingen) mit dem sechsjährigen Wallach Simon Says für den früheren Eishockey-Profi und -Trainer Bernie Johnston (54) aus Hochheim (Taunus). „Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber ich erwischte ein Traumrennen“, sagte Tipke. Am Toto (52 Wettschalter waren geöffnet) gab es 1.037 auf Sieg für zehn Euro Einsatz. Da hinter dem Zweitplatzierten Classic Desgin und vor dem Vierten Yesterday mit Key of Life Diamant (Totokurs 229:10) ein weiterer krasser Außenseiter in die Viererwette lief, gab es am Toto eine Quote von 249.896 Euro auf der Basis von zehn Euro Einsatz. Ein einziger Wetter traf - und zwar mit einem Grundwetteinsatz von 50 Cent. Der Rennbahn-Besucher hatte am Nienhausen insgesamt 360 Euro eingesetzt, erhielt dafür 12.494 Euro!
Dass Frankreich, was den Wettumsatz auf Rennpferde angeht, in einer ganz anderen Liga spielt als die deutsche Szene, hatte sich schon bei fünf Rennen, die von Gelsenkirchen donnerstags nach Frankreich übertragen und dort bewettet worden waren, in bemerkenswerten Größenordnungen angedeutet. In diesen fünf Rennen waren 1,14 Millionen Euro in Frankreich am Toto umgesetzt worden. Sonntags sind die Franzosen noch mehr dem Wettgeschäft zugetan. Am Gelsenkirchener Großrenntag wurden erneut drei Rennen nach Frankreich übertragen, wobei gleich zum Auftakt im „ELE Großen Preis von Gladbeck, Prix du Cheval Francais“ im Nachbarland 350.000 Euro gewettet wurden, davon alleine in der Siegwette exakt 98.749 Euro.
Später wurde es, wobei die Rennen freilich auch noch wesentlich attraktiver waren, sogar weitaus deutlicher, wo der Wett-Hase an diesem Sonntag sein bevorzugtes Zuhause hatte. Die Franzosen wetteten so viel, dass unter dem Strich in den drei Rennen eine Summe von 1,24 Millionen Euro notiert werden konnte, was dem deutschen Veranstalter Win Race eine sehr attraktive Provision einbrachte, die nun wieder in den deutschen Trabrennsport investiert werden soll.
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