Gewann im letzten Jahr: Nu Pagadi mit Fahrer Erik Adielsson (l.) und Coach Stig A. Johansson (r.)
ELE Großer Preis von Deutschland am 17. Oktober
(mspw). Es ist das Gipfeltreffen der besten vierjährigen europäischen Trabrennpferde, wenn es am Sonntag, 17. Oktober, auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn um den mit 161.190 Euro dotierten ELE Großen Preis von Deutschland geht.
esucht wird der Nachfolger des deutschen Spitzenhengstes Nu Pagadi, der im Vorjahr in diesem Rennen für den Oberhausener Kaufmann Detlef Tappe (51) triumphierte. Insgesamt schüttet der Veranstalter, der unter anderem auch noch den Stuten-Grand Prix, dazu den Preis des Winterfavoriten und ein mit 50.000 Euro dotiertes Rennen nur für französische Trabrennpferde präsentiert, am Sonntag mehr als 350.000 Euro an Rennpreisen aus.
Einige Tage vor dem Gelsenkirchener Grand Prix sprach einiges dafür, dass die niederländischen Brüder Leendert und Willem Gerrits (Helmond) beste Aussichten haben würden, sich einen dicken Batzen des Preisgeldes am 17. Oktober zu schnappen. Ihr Hengst Main Wise As war nach seinem letzten großartigen Siegauftritt beim Grand Prix de l’U.E.T. (460.000 Euro) am vergangenen Wochenende im französischen Le Croisé Laroche der erklärte Favorit. Aber am Mittwoch zogen die Besitzer Main Wise As kurzfristig zurück. Bei der öffentlichen Auslosung war dem Hengst ein Startplatz in der zweiten Reihe zugefallen. Er spüre außerdem noch die Belastung des harten Rennens von Croisé Laroche, hieß es.
Für die Gerrits-Brüder ist das Fernbleiben von Main Wise As auch deswegen besonders bitter, weil schon ihr ebenfalls für Gelsenkirchen vorgesehener 2009-Derbysieger Zar As, der im Vorjahr bei seinem Sieg auf der Berliner Derby-Bahn so sehr imponiert hatte, diesmal wegen gesundheitlicher Probleme passen muss.
Eigentlich geht nach der Absage für Main Wise As beim ELE Großen Preis von Deutschland jetzt nichts ohne den schwedischen Derbysieger Joke Face („Witz-Gesicht“) und seinen Züchter, Besitzer und Trainer Lutfi Kolgjini (51). Der in Schweden lebende Albaner „vergeigte“ freilich die Generalprobe, als er im U.E.T.-Rennen nur auf einem enttäuschenden achten Platz landete. Die Bilanz von Joke Face, dem Braunen mit extrem vielen weißen Flecken am Kopf, spricht für seine Chancen: 17 Starts, davon zehn Siege!
Aus Finnland reist der in den USA gezogene Tannerman Can mit Tuomas Korvenoja (55/Espoo) an. In dessen Karriere-Statistik fallen nicht nur Erfolge, sondern auch die Tatsache auf, dass ihn sein Trainer im März 2009 ausgerechnet in Gelsenkirchen ein Qualifikationsrennen in überragender Zeit absolvieren ließ. Weitsicht, um den Hengst schon mal an die Bahn zu gewöhnen? Korvenoja hat an Gelsenkirchen beste Erinnerungen, gewann er doch hier 1999 den „Großen Preis von Deutschland“ mit Cosmic Ride.
Gleich zwei Eisen im Feuer hat Appie Bosscha (50/Langezwaag, NL), der Trainer des 2009-Derby-Dritten Marc Burgerheide mit Ruud Pools (57/Heiloo, NL) und des Derby-Fünften Peter Burgerheide (Fahrer Thomas Kooyman/49/Lijnden, NL), die beide dem niederländisch-friesischen Fahrradhändler Meindert Terpstra (69/Noordbergum) gehören.
Das Duo, 2009 in der Breeders Crown (Züchter-Krone) Erster und Zweiter, gehörte auch nach seinen Derby-Auftritten des letzten Jahres zum Kreis der Pferde, die ihre Form weitgehend konservieren konnten. Wäre da nicht der letzte Auftritt am 26. September in Paris-Vincennes gewesen, als die beiden in Deutschland gezogenen „Holländer“ im mit 75.000 Euro dotierten Prix de Clermont Ferrand aus zunächst unerklärlichen Gründen total einbrachen und als Zehnter beziehungsweise als Zwölfter das Ziel erreichten.
Inzwischen glaubt die Mannschaft um Trainer Appie Bosscha, die Ursache für das extrem schwache Laufen gefunden zu haben. „Unsere Pferde haben in Vincennes kein Wasser getrunken. Irgendwie hat es ihnen nicht geschmeckt. Ohne die nötige Flüssigkeit im Körper aber ging überhaupt nichts.“
Abano Boy (Peter Strooper/44/Callantsoog) und Zorba Oldeson (Rob de Vlieger/46/Zwaanshoek), die ebenfalls in den Niederlanden vorbereitet werden, machen wohl nur Außenseiter-Chancen geltend. Die Österreichische Derbysiegerin Black Attack, am letzten Wochenende in Wien als Zweite deutlich geschlagen, ist die einzige Stute im Feld. Fahrer Sepp Sparber (50/Taufkirchen) hat es mit ihr in dieser Gesellschaft ebenfalls nicht leicht.
Fehlen wird der Derby-Zweite Karaburan, inzwischen von Heli Biendl (60/Ascha) zu Steen Juul (60/Kopenhagen) nach Dänemark gewechselt. Aber Besitzer Jörg Brandt (48/Scharbeutz, Gestüt Stormy Horses) sieht dem Gelsenkirchen Rennen dennoch optimistisch entgegen. Denn er hat mit dem ebenfalls bei Steen Juul stationierten Last Man Standing (19 Starts, neun Siege, acht Platzierungen) nach einer imponierenden Siegesserie in Skandinavien sowie einem Ehrenplatz im Berliner Vierjährigen-Marathon doch noch ein heißes Eisen im Feuer. Als Wunschfahrer sagte Heinz Wewering (60/jetzt Berlin) fest zu.
Mit Michael Schmid (43/Oberhausen) im Sulky des Gelsenkirchener St. Leger-Siegers Jag Junior ist neben Wewering und Sparber ein dritter deutscher Fahrer vertreten. „Jag Junior hat in der Arbeit überzeugt. Viel wird vom Rennverlauf abhängen“, sagt Schmid über den speedstarken Hengst aus dem Besitz des niederländischen Kaufmanns Ger Visser (51/Deventer). Platzgeldchancen kann Jag Junior allemal geltend machen.
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