Mit seinem Trainer Conrad Lugauer greift der Hengst Heros Freitag auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen im Breeders Crown-Hauptlauf für vierjährige Hengste und Wallache an
Weite Reise aus Schweden zum Breeders Crown-Start
mspw). Für einige der besten in Deutschland gezogenen vierjährigen Traber geht es am Freitag auf der Rennbahn in Gelsenkirchen (acht Rennen, erster Start 18.30 Uhr) zum Auftakt des dreitägigen Breeders Crown (Züchter-Krone)-Meetings um eine Menge Prestige und viel Geld. Bei den BC-Hauptläufen für die vierjährigen Hengste und Wallache sowie für die vierjährigen Stuten werden jeweils Prämien in Höhe von 52.000 Euro ausgeschüttet. Elf Stuten sowie zehn Vertreter des männlichen Geschlechts werden sich der Herausforderung über 2.000 Meter stellen.
Der Hengst Heros aus dem Besitz von Herbert Schütze (59/Moers) hat eine der weitesten Anreisen. Denn der „Held“ ist eigentlich im schwedischen Blentarp bei Conrad Lugauer (36), rund 800 Kilometer von der Bahn am Nienhausen Busch entfernt, stationiert. Schütze, früher Leiter der Versicherungsabteilung in einem großen deutschen Konzern, scheut das Risiko der hohen Reisekosten nicht. Das unterstreicht, dass er seinem Heros sehr viel zutraut. „Der Trainer und ich sind guter Dinge“, verrät Schütze.
An seinen letzten Auftritt auf deutschem Boden erinnern sich der gebürtige Regensburger Lugauer, Trainer sowie ständiger Fahrer von Heros, und Schütze allerdings nur ungern zurück. Anfang August in Berlin-Mariendorf startete Heros, der das Derby 2009 wegen einer fiebrigen Erkältung verpasst hatte, in der Derby-Revanche. Beim Sieg von Marc Burgerheide reichte es nur zu Rang sieben.
„Wir haben nach Heros’ Start in Berlin festgestellt, dass sein rechtes Bein lahmte. Danach hat er vier Wochen Pause bekommen“, erinnert sich Schütze. „Tierärzte haben ihn kürzlich noch einmal unter die Lupe genommen. Er ist zu 100 Prozent fit und in Top-Form. Das hat er zuletzt auch schon bei seinem Probelauf in Schweden angedeutet, den er als Vorbereitung auf die Breeders Crown absolviert hat.“
Der bisher größte Erfolg von Heros (Schütze: „Ein bildhübscher Kerl. Wer ihn sieht, will ihn am liebsten gleich mitnehmen.“) liegt noch nicht lange zurück. Mitte Juli ließ der Hengst der Jahrgangs-Konkurrenz beim Criterium der Vierjährigen in München nicht den Hauch einer Chance. Überlegen mit neun Längen siegte Heros vor U.S.Lane und Key of Life Diamant. 15.000 Euro seiner aktuellen Gewinnsumme von 36.402 Euro verdiente Heros damit in der bayerischen Landeshauptstadt. „Die Münchner Form ist wieder da“, ist Schütze von einem guten Abschneiden seines Hengstes in Gelsenkirchen überzeugt.
Zu den größten Konkurrenten von Heros zählen freilich die beiden „Rennräder“ Marc und Peter Burgerheide aus dem Besitz des friesischen Fahrrad-Händlers Meindert Terpstra (69/Noordbergum, NL). Marc Burgerheide, 2009 Derby-Dritter, wird von Ruud Pools (57/Heiloo, NL) gesteuert und ist mit einer Gewinnsumme von 122.026 Euro mit Abstand der Großverdiener im Gelsenkirchen-Feld.
Peter Burgerheide, im Derby 2009 auf Rang fünf, kam bisher auf eine Gewinnsumme von 53.317 Euro. Damit liegt er im Zehner-Feld hinter seinem Stallgefährten auf Rang zwei. Sein ständiger Fahrer ist Thomas Kooyman (49/Lijnden, NL). Beide Burgerheides werden von Appie Bosscha (50/Langezwaag, NL) trainiert.
Zuletzt waren Marc und Peter Burgerheide in Gelsenkirchen im Großen Preis von Deutschland im Einsatz. Doch ausgerechnet bei einem der Saison-Höhepunkte enttäuschte das Duo. Während Marc als Mitfavorit Rang vier belegte, kam Peter nur auf den achten Platz. „Die Form stimmte damals nicht“, sagt der erfolgreiche Amateurfahrer und Burgerheide-Manager Fred Handelaar (54/Heerenveen, NL). „Eine andere Erklärung gibt es nicht. Wir sind optimistisch, dass es nun wieder besser laufen wird“, so Handelaar.
Vor allem für Marc Burgerheide geht es in der Breeders Crown auch darum, an das gute Abschneiden aus den vergangenen Jahren anzuknüpfen. Als Zweijähriger musste sich der Spitzen-Traber nur Celebration XL (diesmal nicht am Start) geschlagen geben. Ein Jahr später holte sich der Bosscha-Schützling dann als Dreijähriger die „Krone“, Peter Burgerheide machte als Zweiter den Doppelsieg perfekt.
Neben dem Niederländer Meindert Terpstra darf sich auch eine deutsche Besitzerin eine Doppel-Chance auf den Gewinn des Breeders Crown-Hauptlaufes für vierjährige Hengste und Wallache ausrechnen. Denn Marion Jauß (71/Gestüt Neritz) schickt Salut mit Roland Hülskath (35/Mönchengladbach) und Wee Catch Diamond mit Michael Larsen (43/Öxbüll-Süd) ins Rennen.
Mit dem von Helmut Biendl (60/Ascha) trainierten und gesteuerten Arathorn und Wings of Crown mit Josef Sparber (50/Taufkirchen) reisen zwei Teilnehmer aus Bayern an. Arathorn, der dem Gestüt Stormy Horses von Jörg Brandt (48/Scharbeutz) gehört, hatte zuletzt in Gelsenkirchen den Entlastungslauf zum Großen Preis von Deutschland gewonnen. Dabei kam der Biendl-Schützling vor Salut und Wings of Crown ins Ziel. In der Breeders Crown trifft das Trio nun erneut aufeinander.
Zanetti Djamel mit Rick Wester (25/Schaandamm, NL) und Abano Boy mit Peter Strooper (44/Callantsoog, NL), immerhin Sechster im Hauptlauf zum Großen Preis von Deutschland, vertreten niederländische Interessen. Als Außenseiter kommt I will fight for U mit Ralf Oppoli (43/Recklinghausen) für den Waltroper Bank-Kaufmann Udo Eppinger (42) an den Start.
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