Grandioser Sport auch am Breeders Crown-Sonntag auf einer gut besuchten Gelsenkirchener Trabrennbahn
Die Breeders Crown 2011 wurde den hohen Erwartungen vollauf gerecht. Großer Sport in allen Altersklassen begeisterte die Zuschauer der Gelsenkirchener Rennen und sorgten auch für einen tollen zweiten Tag auf der Piste am Nienhausen Busch.
Die Dreijährigen
Nach exakt 800 Metern war der Breeders Crown-Hauptlauf der dreijährigen Stuten so gut wie entschieden. Genau auf Höhe der ersten Zieldurchfahrt hatte sich Roland Hülskath mit der Stutenderby-Siegerin What a Feeling vor der bis dato führenden It's Easy an die Spitze des Feldes gesetzt.
Die als Totofavoritin gehandelte Miss Love war zu diesem Zeitpunkt weit hinten im Feld zu sehen. Das wiederum war ein guter Grund für den Goldhelm, das Tempo fortan hoch zu halten. Hülskath: „Mir war bewusst, dass Miss Love mit ihren Speedqualitäten eine Gefahr für uns sein könnte, aber wenn ich vorne selber das Tempo hoch halte, dann ist es für einen Angreifer umso schwerer heranzukommen.“
Diese Taktik erwies sich als goldrichtig, weil Miss Love erst viel zu spät von hinten weg kam und auch dann nicht so überzeugend aufholen konnte, wie man es ihr durchaus zugetraut hatte. Einziger ernsthafter Angreifer im Endkampf war It's Easy, aber deren Fahrer Erik Adielsson musste schnell erkennen, dass gegen What a Feeling kein Kraut gewachsen war.
Auch wenn die Siegerin am Ende überlegen gewann, empfand Besitzerin Marion Jauß (auf dem Foto bei der Siegerehrung) das Rennen als „nervig“. What a Feeling, die jetzt in die verdiente Winterruhe geht, verdiente am Sonntag 12.101 Euro und schraubte ihre Gewinnsumme damit auf über 75.000 Euro.
Cao Dai glänzt
Bei den Hengsten des Derby-Jahrgangs fiel die Entscheidung sogar noch früher. Im ersten Bogen hatte sich Erik Adielsson mit Cao Dai die Spitze gesichert und diktierte fortan das Geschehen ganz nach Belieben.
Favorit Impact As fand erst Ende der letzten Überseite hinter den Führenden. Kurz darauf beschleunigte der Top-Fahrer aus Schweden die Fahrt drastisch und ließ seinem Runner up bei 11er Tempo auf den letzten 500 Metern überhaupt keine Chance. „Cao Dai mag schnelle Rennen. Er ist ein ganz tolles Pferd“, freute sich Erik Adielsson im Winner Circle.
Die Vierjährigen
Die vierjährigen Hengste und Wallache waren die letzten, die am Sonntag an den Ablauf kamen. Daran lag es aber kaum, dass die meisten Teilnehmer dem Startwagen nicht folgen konnten oder mochten und das Rennen klar hinter dem zunächst führenden Baron W. aufnahmen.
Schnell hatte sich das Feld dahinter aufgereiht, und auch Conrad Lugauer hatte sich mit Il Lamborghini schnell eine gute Ausgangslage gesichert, zog noch vor dem letzten Bogen an die Spitze und löste sich rasch entscheidend vom Feld. Baltimore As bot sich im Einlauf gut an, reichte an das Sieggespann aber nicht heran.
Conrad Lugauer hatte für den Sieg eine gute Erklärung: „Il Lamborghini hatte viele Dummheiten im Kopf, ist jetzt reifer und besser als noch zu Derbyzeiten. Ich hatte ein bisschen Respekt vor dem Rechtskurs, war wir mir aber sich, dass wir hier gut abschneiden werden. Ich bin überzeugt davon, dass er auch international mithalten kann.“
Stormy Pearl fliegt
Bei den vierjährigen Stuten fiel die Entscheidung über den Sieg erst auf der Linie. Nach langer Führung musste sich die von Michael Schmid gefahrene Finca auf dem Weg zu ihrer zweiten Breeders Crown-Titelverteidigung im Ziel der speedigen Stormy Pearl geschlagen geben, die mit Erik Adielsson große Klasse zeigte und dafür mit einer Siegbörse von 18.141 Euro belohnt wurde.
Der als Catchdriver engagierte Schwede gewann für das Gestüt Stormy Horses von Jörg Brandt. „Ich wusste vor dem Rennen, dass Stormy Pearl vom Rennverlauf unabhängig ist und verließ mich auf ihren Speed“, erklärte Adielsson nach dem Rennen.
Die Youngster
Auch im Hauptlauf der zweijährigen Stuten stand die tolle Stallform von Marion Jauß. Gleich vier Gespanne hatte sie in diese Leistungs-Prüfung geschickt, nach 2.000 Metern kam die von Michael Schmid vorgetragene Enigma alleine auf weiter Flur ein. Bei 1:17,4 blieben die Uhren für die Love You-Tochter stehen, die neun Längen zwischen sich und die zweitplatzierte Yuamour legte.
Vor den Tribünen rückte Enigma auf und übernahm eingangs der Schlussrunde das Kommando. Ende gegenüber vergrößerte die Pilotin ihren Vorsprung und stand weit vor der Linie als Breeders Crown-Siegerin fest. „Ich war überzeugt, dass Michael das beste Pferd fährt“, meinte Marion Jauß nach diesem Triumph.
In der BC verbesserte Enigma ihren seinerzeit auf der Kurzstrecke aufgestellten Rekord um 1,7-Sekunden. Auch damals saß Michael Schmid im Sulky und konstatierte nun: „Kompliment an den Stall. Ich hatte nicht gedacht, dass es so leicht klappen würde. Enigma hat ihre Sache gut gemacht.“
Eine starke Vorstellung bot auch Yuamour, die außen lange auf sich alleine gestellt war und beim erst zweiten Lebensstart ihr Talent bestätigte. Das dritte Geld holte sich mit Like me eine Stallgefährtin von Enigma, die im Einlauf aus fünfter Position gut aufkam. Dagegen versprang Simply The Best, die ab Mitte der Überseite weite Wege inkauf nahm, das vierte Geld, das dadurch an die anfangs führende Ramona ging.
Tristan Toro zieht innen durch
Aus dem Tritt kam bei den Hengsten/Wallachen auch Dream Magic BE. Mit Einbiegen in den zweiten Bogen steckte der 15:10-Favorit den Kopf an Tristan Toro vorbei in Front, geriet aber direkt danach aus dem Takt. Somit ging das Kommando kampflos wieder an den Schützling von Veijo Heiskanen, der rund 200 Meter vorher aus der zweiten Spur die Spitze erobert hatte.
Um die letzte Ecke zog Gri Sakosi (Conrad Lugauer) beim 26:10-Co-Favoriten auf und hatte alsbald einen minimalen Vorteil. Auf den letzten 200 Metern machte der von Günter Roos gezogene Tristan Toro aber ernst und zog innen überzeugend durch.
Gri Sakosi verlor in der Distanz sogar noch den Ehrenplatz gegen Yankees Jack, der aus dritter Position guten Speed zeigte und bis auf eine halbe Länge an den in 1:18,8 erfolgreichen Tristan Toro heranlief.
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