Die Beckmann-Stute verteidigt mit Andor Schute ihren Titel – Wee Catch Diamond und Roland Hülskath entzaubern Bagley
Zwei restlos überzeugende Sieger gab es am ersten Breeders Crown-Tag in den Hauptläufen der Fünf- bis Siebenjährigen. Den Anfang hatte die wie immer von Andor Schute gesteuerte Noxean Com gemacht, die in 1:14,6 ebenso Start-Ziel zum Zuge kam wie Wee Catch Diamond, der mit Roland Hülskath bei den Hengsten/Wallachen in 1:14,1 nicht anzutasten war.
Während sich der fünfjährige Diamond Way-Sohn seine erste „Krone“ holte, verteidigte Noxean Com ihren Titel aus dem Vorjahr. Nachdem sich Lady Wood und Mona Lisa As bereits vor dem „Ab“ um ihre Chancen gesprungen hatten, zog Noxean Com gegen die außen aufziehende Yewel Boshoeve konsequent innen durch und gab bis zuletzt den Ton an.
Bei ersten Durchgangszeiten von 1:16,3 und 1:18,0 sparte die Stute aus dem Besitz und der Zucht von Hubert Beckmann wertvolle Reserven. Auf der Überseite zog Noxean Com die Pace auf 1:13,1. Die letzten 500 Meter legte sie sogar in 1:10,4 zurück und hielt in einem packenden Finish auch gegen die aus ihrem Rücken unablässig attackierende Cilantro (siehe Foto: Sexauer) stand.
Wichtigster Erfolg
Siegfahrer Andor Schute war stolz auf seinen Crack: „Noxean Com hat gezeigt, dass sie die beste Stute in Deutschland ist.“ Dann merkte er an: „In der Vorbereitung hatte sie viele harte Rennen gegen starke Gegner zu bestreiten. Dabei lief nicht alles glücklich, aber Noxean Com lief immer gut. Das hat sie nun bestätigt.“
Schute weiter: „Noxean Com war diesmal sehr gut drauf. Es war von allen wertvollen Erfolgen der wichtigste, da sie alle Kritiker eines Besseren belehrt hat. Für mich gibt es nichts wichtigeres zu gewinnen als die Breeders Crown. Uns ist es jetzt zum zweiten Mal gelungen. Ich bin überglücklich.“
Das war auch Hubert Beckmann, bei dem die Anspannung nur langsam wich. Dann ließ er seinen Gefühlen freien Lauf: „Wir hatten ja alle Gegnerinnen in der Vergangenheit schon geschlagen. Von daher konnte man zuversichtlich sein.“
Als nahezu gleichwertige Gegnerin erwies sich Cilantro, die der Siegerin im Finish alles abverlangte. „Cilantro ist sehr gut gelaufen. Wir waren nur von einem super Pferd geschlagen“, attestierte Roland Hülskath.
Die nach kurzer Attacke auf Noxean Com alsbald an die dritte Stelle zurückgenommene Yewel Boshoeve ließ sich die dritte Prämie von Elaine und Kataja nicht streitig machen. „Verliererin“ des Rennens war hingegen Parisienne Blue, die den Rennverlauf gegen sich hatte und im Schlussbogen auch noch von den Beinen kam.
„Ich wollte anfangs nicht auch noch um die Spitze mitfahren und haben sie daher zurückgenommen“, erklärte Heinz Wewering, der die ohne Eisen in die Partie gegangene Favoritin aufbot: „Ich hatte unterwegs aber auch das Gefühl, dass sie nicht richtig ihr Geläuf fand. Vor dem Schlussbogen merkte ich schon, wie Parisienne Blue wackelte. Ich hatte daher gehofft, sie bis in den Einlauf zu bekommen und auf ihren Speed gesetzt. Doch dann war der Fehler nicht mehr zu verhindern.“
„Bagley war reell geschlagen“
Durften sich die Anhänger von Noxean Com bereits über eine Siegquote von 50:10 Euro freuen, gab es auf die „Goldhelm“-Wetter im Hauptlauf der Hengste/Wallache sogar 127:10 Euro. Denn in der Hand von Roland Hülskath präsentierte sich Wee Catch Diamond in exzellenter Verfassung, die der von Lutfi Kolgjini trainierte Fünfjährige in einen überlegenen Sieg gegen den mit 12:10 Euro klar favorisierten Bagley ummünzte.
Vom Fleck weg pochte Hülskath mit dem Hengst auf die Spitze. „Der Trainer hatte mir gesagt, dass ich allenfalls Bagley vorbeilassen müsse“, verriet der „Goldhelm“, der ausführte: „Ich dachte im Vorfeld nicht, dass wir Bagley würden schlagen können. Aber wir hatten eine sehr gute Startnummer.“
Dagegen musste Bagley durch die Außenspur, wo er auf der Schlussrunde auf sich alleine gestellt war und aus dieser Lage bis zuletzt nur die Eisen des wie entfesselt agierenden Wee Catch Diamond sah. Heinz Wewering attestierte seinem Schützling trotz der „Niederlage“ ein „gutes Laufen, wenngleich Bagley reell geschlagen war.“
Hülskaths „Kronen-Spiel“
Nach dem knapp verpassten Breeders Crown-Triumph mit Cilantro brauchte Hülskath letztlich nur zwei Rennen lang auf sein „Kronen-Spiel“ zu warten. „Wee Catch Diamond hat auf den letzten 250 Metern noch einmal ganz starken Speed gezeigt. 100 Meter vor dem Ende war ich mir sicher, dass es reichen würde. Und es ist natürlich schön, dass es nach dem vorherigen Ehrenplatz mit Cilantro dann so schnell geklappt hat.“
Rang drei ging an Odessa Santana, der im Rücken von Bagley in der entscheidenden Phase nicht mehr mithalten konnte. Immerhin kämpfte er sich an I will fight for U vorbei, der nach früher Offensive in Höhe der Schautafel hinter den Pacemaker an die Innenkante fand. „Ich dachte zwar, dass Odessa Santana aus der Lage hinter Bagley mit um den Sieg fighten würde, aber ich bin trotzdem zufrieden“, bilanzierte Trainer Josef Gramüller.
Guter Dinge waren auch Ralf Oppoli und Henk Grift, der Trainer des auf Platz fünf eingekommenen Let the music play. „I will fight for U hat alles gegeben“, kommentierte Oppoli, und Grift konstatierte: „Let the music play ist in dieser Klasse ein tolles Rennen gelaufen. Das war sehr gut.“
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